O VIN'O TSCHEPPE

 

Die schönsten Weingüter: box-Redakteur Henry Sams besuchte diesmal das Weingut VIN’O Tscheppe in Leutschach.

 

Fotos: Peter Philipp

 

Die Straßen zum Weingut VIN‘O Tscheppe werden von steilen Weinbergen gesäumt. Zum Stammsitz ihres Weingutes haben Eduard und Stefan Tscheppe einen besonderen Zubau mit Verkostungsraum, kleinem Weinlager für den Ab-Hof-Verkauf, Büro und Gästezimmer errichtet. Modern und unaufdringlich besteht dieses neue Refugium für den Wein auf eine eigene Sprache und ohne falsch verstandenen Regionalismus werden südsteirische Elemente stimmungsvoll reflektiert. Entstanden ist eine äusserst spannungsreiche Mischung von Klarheit und Gemütlichkeit, die bauausführende Firma Partl schuf mit dem Architekten-Team „g2plus Grabensteiner“ damit eine dynamische Verbindung zwischen modernem Design und der Geschichte des Hauses.

Ausgehend als kleiner Eigenversorger für das frühere Familiengasthaus „Zum Kreuzwirt“ führte Roland Tscheppe einst das Weingut zu einem imposanten Familienbetrieb, der heute von seinen beiden Söhnen Eduard und Stefan in der 6. Generation geleitet wird. Im Ertrag stehen 30 Hektar Rebfläche, das kennzeichnende Potenzial sind zwei außergewöhnliche Lagen. Die Stammriede Pößnitzberger Römerstein auf einer langgezogenen Hügelkette mit Süd- und Südostlagen sowie die Ried Czamillonberg, dem einstigen Weingut der Grafen Woraczicki. Es ist dies eine in einer sanften Mulde gelegene Südlage, die optimal das ihr zur Verfügung stehende Terroir nützt. Das große Kapital der Rebflächen sind die Bodenstrukturen mit den für diesen Landstrich typischen Ablagerungen aus dem Tertiär. Das blaugraue, kalkig-tonige Sediment aus Schlieren und Mergel besitzt jene mineralhältigen Elemente, die für die Entwicklung und das Wachstum der Rebstöcke so wichtig sind. Die geschützten Steilflächen und Hanglagen, die flachen Mulden und der Umstand, dass dieses Gebiet zu einem der windärmsten und sonnenreichsten Österreichs zählt, reihen sich in Summe zu einem idealen Bild für den Weinbau. Voraussetzung dafür ist aber auch die weitsichtige, strategische Hege und Pflege der Weingärten. Eduard Tscheppe: „Die entscheidenden Schritte, um einen hervorragenden Wein zu kreieren, passieren im Weingarten. Im Rahmen unserer integrierten Produktion behandeln und pflegen wir jede Rebe naturnah und schonend, um ein exzellentes Ergebnis zu erzielen.“ Bei der Weinlese im Herbst zeigt sich dann, ob sich die harte Arbeit des ganzen Jahres gelohnt hat. „Nichts macht mehr Freude, als vollreife, gesunde und wohlschmeckende Trauben zu ernten, denen man den Spitzenwein schon von außen ansieht“, so der Weinbauer. Nach strengen Kriterien werden die Trauben im Weingut Tscheppe in mehreren Durchgängen handverlesen, denn nur das Beste soll auch in die Presse kommen. „Schließlich wollen wir Weine produzieren, die nicht nur ein Genuss, sondern auch ein Erlebnis sind. Wein soll Spass machen, die Sinne beleben und Menschen  zusammenführen“ – die Leidenschaft für den Wein wird auch bei Stefan Tscheppe spürbar.

Vinifiziert werden bei VIN‘O Tscheppe gleich mehrere Stilistiken. Die exotisch-fruchtige, leichte weisse Sortencuvée VIN‘O 8, ergänzend die Classic-Linie mit besonders sortentypischen, duftig-fruchtigen Weinen, die in Edelstahltanks ausgebaut werden. Die Lagenweine wiederum werden zum Teil in Holzfässern ausgebaut und spiegeln sämtliche Facetten des Jahrgangs, des Kleinklimas und der Böden wider. Der Pössnitzberg bringt Spezialitäten von exotischer Frucht und vielschichtigem Bukett, der Czamillonberg ist verantwortlich für Weine mit großem Reifepotenzial und hoher Dichte.

Die Weine der Reserve-Linie reifen in Barriques und zeichnen sich durch ein hohes Lagerpotenzial aus. Sie werden aus Einzellagen selektioniert und haben den guten Ruf des Weingutes bereits weit über Österreichs Grenzen hinaus getragen. Das Rotwein-Sortiment erstreckt sich vom leichten, fruchtigen VIN‘O Rosso über den duftigen, steirischen Zweigelt bis hin zum kräftigen Glimmer, einer Cuvée aus St. Laurent, Zweigelt und etwas Cabernet Sauvignon. Süßweine werden nur in herausragenden Jahren vinifiziert. In der Vinothek am Pössnitzberg lagern auch Archivweine bis zum Jahrgang 1949.

www.tscheppe.com

 


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