Weingut Tement
Das renommierte deutsche Fachmagazin „Alles über Wein“ reiht Manfred Tement unter die besten 50 Weingüter der Welt. Seit Jahren produziert der südsteirische Paradewinzer Terroir-Weine von Weltruf. Er ist ständig daran interessiert, den nächsten Schritt in die Weinzukunft mit immer neuen Erkenntnissen zu gehen. Eine kontinuierliche Detailerneuerung im Weinbau auf Basis des gewonnenen Know-hows soll einmal errungene Positionen festigen und neue ausbauen helfen.
Die Ergebnisse dieser Philosophie fließen bei Manfred Tement auf kurzem Weg vor allem in die weitere Entwicklung der Kellerwirtschaft. Nur wenige Weinbauern in der Südsteiermark legen so hohe Maßstäbe an sich und ihre Weine wie der zweifache Familienvater. In Berghausen hat sich nun der Maestro ein imposantes Weinimperium geschaffen, das architektonisch alles in der Südsteiermark bisher Geschaffene bei weitem übertrifft. Denn Manfred Tement hat sich dort etwas einfallen lassen, um zu erreichen, dass sein Weingut als Erlebnisraum immer ungebrochen aktuell ist. „Architektur pur“ – viele Besucher werden von dem Neubau überrascht sein, denn sie werden durch ungewöhnliche Perspektiven entdecken, wie modern auch die vermeintlich alte Kunst des Weinmachens sein kann. Doch das ist nicht das einzige, was den Besucher verblüfft.
Ein Weinkeller war schon immer ein zentraler Anziehungspunkt eines jeden Weingutes. Manfred Tement: „Bei uns ist fast immer open house und es ist durchaus üblich, dass unsere Kunden auch hinter die Kulissen schauen wollen. Mein wichtigster Arbeitsplatz ist aber der Weinkeller und da muss ich in Ruhe arbeiten können.“ In seinem Gesamtkonzept für den Neubau des Weingutes hat Manfred Tement diesem Umstand voll und ganz Rechnung getragen. „Wir wollen unsere Besucher nicht aus dem Weinkeller ausschließen und ihnen einen Einblick ermöglichen, ohne dass es uns viel stört.“ Manfred Tement hat sich mit seinem neuen Weingut eine anspruchsvolle bauliche Linie verordnet und gleichzeitig auf mehreren Ebenen mit neuen Räumen für Administration, Depots, Verkaufsraum, Degustationszimmer, Labors, Flaschenfüllstation, Stahltankkeller, Barrique- und großem Fasskeller eine neue Dominanz für sich und seine Besucher geschaffen.
Zwei Faktoren bestimmen nach innen und außen die praktische Zweckgebundenheit des Neubaus: einmal der Zugang zum Gebäudekomplex in Form einer großzügigen Plaza mit einer offen gestalteten Terrasse, die den Blick über die Spitzenlage Zieregg bis in den tiefen Süden Sloweniens freigibt und zum zweiten das Innere des Weinkellers, wo selbst ein Muschelkalkfelsen, auf den man während der Bauarbeiten gestoßen ist, integriert ist. Das Bauvorhaben war selbst für den ausführenden Baumeister Ing. Alois Röck eine große Herausforderung: „Wir mussten in den Hang hineinbauen. Dazu war es notwendig, insgesamt 28.000 Kubikmeter Material auszuheben, davon waren allein zirka 20.000 Kubikmeter Fels.“
Aber auch die weiteren Eckdaten können sich sehen lassen. Die Nutzfläche beträgt ungefähr 3500 m2, insgesamt wurden 3600 m3 Beton, 14.000 m2 Wandschalung, 3500 m2 Decken und 220.000 Kilogramm Baustahl verarbeitet. Unheimlich viel Engagement, Risikobereitschaft und eine Fülle von Emotionen stecken hinter diesem Bauprojekt. Heidi Tement: „Der Weg war, wenn auch ein lustvoller, so doch ein harter und der neue Weinkeller ist das Tüpfelchen auf dem i, das uns noch gefehlt hat.“ Und Manfred Tement ist froh, dass er auch in seinem neuen Weingut das umsetzen kann, was er will und was er kann. Große, steirische Qualitätsweine keltern.
Henry Sams
Fotos: Lantschbauer
