Man in black

Am grünen Rasen hat er das Sagen. Stefan Messner hat als einziger steirischer FIFA Schiedsrichter den Gipfel des Schiri-Olymp erklommen. Begonnen hat alles in seiner frühen Kindheit als er Vater Stefan Messner, der selbst Schiedsrichter war, zu jedem Spiel begleitete.

 

Der LKW-Kraftfahrer und gelernte Großhandelskaufmann wurde in Eibiswald geboren und wuchs mit dem Fußball auf. Sein Vater Franz Messner war über 35 Jahre lang selbst als Schiedsrichter tätig bevor der Junior sein Erbe antrat. Stefan Messner spielte schon als Jugendlicher Fußball und bereits mit 15 Jahren in der ersten Kampfmannschaft seines damaligen Vereins.

 

In dieser Zeit besuchte er auch das LZ Graz (heute BNZ - Bundesnachwuchszentrum). Sein beharrlicher Wunsch war es, Profifußballer zu werden. Doch zahlreiche Verletzungen verbauten ihm den Weg nach oben. So musste er schließlich seine Profipläne 1982 ad acta legen. Doch die Faszination Profifußball blieb. 1986 stellte er sich der Kandidatenprüfung für Linienrichter und Nachwuchsspieler. Nachdem ihm aber Primarius Dr. Huber aufgrund einer Knöchelverletzung dringend vom Fußball abriet, beendete der heute gelassene Mitdreißiger seine Karriere innerhalb einer Woche. 1987 folgte dann die Schiedsrichterprüfung für ganz Österreich, die ihn berechtigte Kampfmannschaften in der untersten Spielklasse zu leiten. Das erste von ihm geleitete Spiel war Arnfels gegen Steyregg im Jahr 1987. Nach einjähriger Schiedsrichterkarriere in der 2. Klasse wurde sein Talent erkannt und gefördert. Von da an ging es steil bergauf, bis er schließlich vor fünf Jahren sein erstes Spiel in der Bundesliga zwischen Rapid und Steyer allein leiten durfte. Es folgten vier Lehrjahre, in denen er unter ständiger Beobachtung renommierter Kollegen stand.

 

Der Durchbruch gelang in den letzten Jahren. Seit 2001 ist er nun als FIFA Schiedsrichter berechtigt, weltweit Spiele zu pfeifen. Eines der bisherigen Schlagermatches war aber zweifelsohne das Cupfinale zwischen FC Kärnten und dem FC Tirol im Mai 2001. Oder das Spiel Tirol gegen Rapid vor 17.000 Zusehern im heurigen Frühjahr. Auch bei internationalen Spielen war er bereits im Einsatz, wie etwa bei Minsk gegen Hapoel Haiffa im UI-Cup oder sein erstes UEFA-Cup Spiel: Sarajevo gegen Marittimo Funchal.

Für seine Zukunft wünscht er sich, auch an großen Turnieren teil zu nehmen. Das Non-Plus-Ultra eines jeden Schiris wäre natürlich der Einsatz bei einer EM, WM oder Olympiade. Die Chancen für einen Österreicher, an einem so großen, internationalen Turnier dabei zu sein, sehen allerdings nicht besonders rosig aus. Einen Platz auf der internationalen FIFA-Liste zu bekommen, dazu gehört schon eine große Portion Glück und vor allem muss es schnell gehen. Denn mit 45 Jahren ist die Karriere eines FIFA-Unparteiischen beendet. Messner hält bei 36 Jahren. Doch in den nächsten neun Jahren gibt es noch eine weitere Zukunftsperspektive: Die Installierung halbprofessioneller Schiedsrichter steht gerade heiß zur Diskussion. Von der UEFA wird sie befürwortet, die Meinung seitens FIFA steht jedoch noch aus.

Wie die Zukunft auch aussehen mag, auch Schiedsrichter müssen trainieren, um am Ball zu bleiben. Dabei steht ihnen ein professioneller Trainer zur Seite, der in Graz zwei Bundesliga-Schiedsrichter, vier Assistenten und zwei Talente betreut. Eines dieser aufgehenden Schiri-Sternchen ist Gernot Adanitsch aus Leibnitz.

 

Da Turniere fast einen Fulltimejob darstellen ist dieser Beruf nicht gerade familienfreundlich. Mit Michaela Harb fand Messner eine verständnisvolle Partnerin. Auf Grund der körperlichen Belastung sind aber nicht nur mentale Regenerationsphasen innerhalb der Familie, sondern auch die physischen besonders wichtig. Doch gerade in seiner spärlichen Freizeit liebt es Messner ebenfalls sportlich und startet regelmäßig bei heimischen Sportereignissen wie dem Welschlauf, dem Römerlauf oder der Ölspur im Halbmarathon durch.

 

Natürlich wird man mit der Zeit auch im Umgang mit aggressiven Zuschauerbemerkungen und aufgebrachten Spielern routiniert und abgebrüht. "Das Beste in solchen Situationen ist es, mit Ruhe und Besonnenheit zu kontern", so unser einziger steirischer FIFA-Schiedsrichter, dem wir bis 2010 noch viele internationale Matches in großen Stadien wünschen.

 

 

   

 


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