Kárpathos

Am frühen Morgen ist der Himmel über Kárpathos wolkenlos und blau wie auch sonst vielerorts. Nur das Licht, dieses spezielle Licht der aufgehenden Sonne in der griechischen Ägäis habe ich schon immer über alles geliebt. Kárpathos, das auf halber Strecke zwischen Rhodos und Kreta gelegene Eiland, macht da keine Ausnahme. Doch heute sieht das Meer vor Amoopi - eine romantisch gelegene, lose Siedlung von Pensionen, Hotels und Appartementanlagen an der Südküste - besonders friedfertig und einladend aus. Windstille. Weshalb nicht für ein halbe Stunde zum Schwimmen? Erfrischender könnte ein Urlaubstag wie dieser gar nicht beginnen.

 

Schwimmen und Baden. Deshalb sind wir ja hier. Und da wir keine Surfer sind - die finden in der Nähe des Flughafens sicherlich eines der besten Surfreviere im ganzen Mittelmeerraum -, noch an den laut Reiseführern doch etwas spärlichen Kunst- und Kulturschätzenvon Kárpathos interessiert sind, machen wir uns schon vom ersten Tag an auf Entdeckungsreise. Und wir wissen, was es zu entdecken gibt: Schöne, gute, tolle Strände. Denn wir haben von Freunden aus dem nur zweieinhalb Flugstunden entfernten Graz erfahren, dass hier all jene voll auf ihre Kosten kommen, die Sonne und pures Badevergnügen suchen. Wunderschöne Buchten mit sauberen Sand- und Kiesstränden reihen sich hier rund um die Insel "wie Perlen auf einer Kette".

 

Obwohl es auch im Badeparadies Amoopi Autoverleiher gibt, mieten wir uns nach einer 15minütigen Busfahrt nach Pigádia, dem abgesehen von der belebten Hafenpromenade etwas spröden Hauptort der Insel, einen Fiat Seicento. Die erste Erkundung führt uns über eine kurvenreiche Bergstraße in das nur 16 km entfernte Kirá Panagiá an der Westküste. Dort liegt am Ausgang einer Schlucht zwischen steilen Felsen eine wunderschöne Kies-Sand-Bucht umgeben von schattigen Kiefernwäldern. An die südliche Felswand schmiegt sich eine weiße Marienkapelle, von dem der Ort seinen Namen hat.

Unten am Strand dümpeln Boote von Fischern und Kinder plantschen in den klaren Fluten - ein idyllischer Platz und Postkartenmotiv par excellence.

 

Am nächsten Tag knöpfen wir uns die Westküste vor. Immerhin soll Lefkos einen besonders feinkörnigen, weißen Sandstrand besitzen. Über die Dörfer Menetés und Arkassa, wo wir uns an einem der schönsten Strände der Insel, dem Agios Nikólaos Strand, nur kurz erfrischen, erreichen wir nach circa 30 Kilometern das archetypische Beispiel eines griechischen Fischerdörfchens. Und der Sand der Buchten auf der Landzunge von Lefkos erweist sich tatsächlich als besonders fein und hell. Nach einem solchen Tag in der heißen Sonne des Südens lässt es sich hier besonders gut in einer Taverne sitzen und bei einem Glas Ouzo den atemberaubenden Sonnenuntergang genießen.

 

Obwohl wir gestern noch einige Cocktails in unserem Hotel in Amoopi zu uns nahmen und heute etwas später aus dem Bett gekommen sind, ist unsere Neugier noch keineswegs gestillt. Über das in den Bergen gelegene Apéri, noch heute Sitz des Bischofs von Kárpathos und Kássos, führt uns eine plötzlich sehr unwegsame und gefährliche Schotterpiste in die Bucht von Acháta. Doch Abenteuergeist macht sich bezahlt. Wir sind an einem idealen Ort zum Relaxen, Schnorcheln und Schwimmen angelangt. Dieser inmitten von steil abfallenden Felshängen gelegen Kies-Badestrand kommt unserer Vorstellung von einem griechischen Traumstrand am nächsten.

 

Das glasklare Wasser und die Höhlen in den Felswänden laden zu besonders ausgedehntem Wassergängen ein. Und dann kommt der Hunger. In der schattigen Taverne, die eigentlich nur eine Bretterbude mit Bambusdach und Fischernetz ist, fühlen wir uns bei Bauernsalat und gegrilltem Oktopus ausgesprochen wohl. Ein unvergeßlicher Tag vergeht wie im Flug. Leider geht es schon morgen wieder nach Hause zurück. Wir werden aber sicher wiederkommen.

 

Für einen genauen Überblick über Kárpathos, seine Strände und etwaige Unterkünfte empfehlen wir den Katalog von REISELADEN, der die Insel sehr ehrlich beschreibt. Erhältlich ist er im RUEFA Reisebüro in Leibnitz.

 


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