Josef Schuppler
Koch-Nomade
Josef „Peppi“ Schuppler lässt seine Gäste die grenzenlose Freiheit schmecken. „The World of ResidenSea“, einer der elitärsten Luxusliner der Welt, ist die neue Heimat für den 30jährigen Südsteirer, der seine betuchten Passagiere raffiniert und spielerisch bekocht.
Josef Schuppler stammt aus St. Nikolai im Sausal. Die Hochküche ist seine Domäne und in der versteht er es zu dirigieren, wie es sonst eigentlich nur noch in den Konzertsälen üblich ist. Der Weg in den kulinarischen Olymp begann für Peppi sehr bescheiden. Im Grazer Parkhotel absolvierte er seine Lehre, ehe er als Jungkoch aus dem gesicherten, warmen Nest eines Stadthotels den Sprung ins kalte Wasser eines Drei-Hauben-Restaurants wagte. Im Kärntner Bleiberger Hof, dessen Ruf weit über die Grenzen Österreichs hinaus geht, schaffte es der engagierte Kochkünstler, dass er bei diesem Kopfsprung nicht einmal kurzfristig untertauchte, sondern gleich kräftig an der Oberfläche schwamm. „Wenn man erstmals in der Küche eines Drei-Hauben-Restaurants zu arbeiten beginnt, gewinnt man schnell Respekt vor der Küchenbrigade, weil sie schnell und umsichtig arbeitet, weil sie hundert Dinge auf einmal machen kann und viel beweglicher ist als in einem normalen Haus.“ Josef „Peppi“ Schuppler lieferte schon damals eine gute Arbeit, „aber ich setzte mir nicht gleich die Pistole an die Schläfe, wenn irgend etwas einmal nicht so war, wie ich es haben wollte“. Dafür ist er wagemutig, wechselte bald in die besten aber auch teuersten Küchen unseres Landes, um neues Terrain zu erobern. Zwei Saisonen lang arbeitete er bei den „Drei Husaren“ in Wien um dann in der Villa Hiss in Bad Gastein unter Jörg Wörther zu kochen. „Bei Wörther wird die Nouvelle Cuisine zu neuem Leben erweckt.“ Während die Küchen dieser Welt oft großzügig mit Gewürzen umgehen, pflegt der lokale Hero einen eigenen Purismus. Die Schlichtheit seines Stils resultiert aus der Einsicht, dass neben dem Wesentlichen alles Beiwerk unwesentlich wird und daher überflüssig ist. Für Peppi Schuppler ein aufregender Schauplatz einer famosen Küche und wiederum eine Bereicherung für sein Bemühen, besser, immer besser zu werden.
Josef Schuppler ist das, was viele gute Köche sind: ein Abenteurer, ein Nomade, der das sucht, was alle suchen: seine Arbeit verbinden mit Ferien, Sonne, Liebe, Süden. Im Jahr 1993 zieht es ihn für ein Jahr nach Südafrika. Im „La Grande Roche“, einem 5-Sterne-Hotel in Paarl, kocht er im tiefen Süden Afrikas um dann im Tristan, im besten Restaurants Mallorcas, im Yachthafen von Portals Nous, sein Brot zu verdienen. Gerne erinnert sich der Weltenbummler an seine Abenteuer in Alaska. Gemeinsam mit seinem Freund Heinz Harkamp von der Villa Hollerbrand in Leibnitz werden auf einer Lodge mehrere Monate lang Jäger von den beiden Südsteirern kulinarisch verwöhnt. Die Ingredienzen finden sie im unendlichen Naturgarten des Mount McKinley.
1996 tauscht Peppi Schuppler erstmals festen Boden mit den Relings der Silver Wind, einem Luxusliner. Er bereist nicht nur alle Meere dieser Welt, er ankert auch in den schönsten Häfen dieser Erde und findet eine neue Herausforderung. „Auf hoher See zu kochen erfordert unheimlich viel Übersicht und Gefühl.“ Die Passagiere stammen aus allen Ländern dieser Welt und haben natürlich verschiedene Präferenzen was die Küche anlangt. 1998 „heuert“ Peppi Schuppler für sieben Monate im Pariser Le Gardin an, einem 2-Michelin-Sterne-Restaurant, ehe er mit der Silver Wind für ein Jahr lang wieder in See sticht. Längst ist Josef Schuppler ein arrivierter Haubenkoch und wird von den besten Restaurants und Reedereien umworben. Derzeit ist er verantwortlich für die hohe Kochkunst auf der „The World of ResidenSea“ und wieder unterwegs zu den schönsten Flecken dieser Welt. Und neben seinem Drang perfekt zu kochen ist auf seinen Reisen auch die Sehnsucht nach seiner südsteirischen Heimat immer dabei.
Henry Sams