Der Landschafts Fotograf

Ob aus der Südsteiermark oder aus der Serengeti – der Fotograf

Dr. Herbert Bödendorfer liefert atemberaubende Bilder aus aller Welt.

 

Eigentlich ist Dr. Herbert Bödendorfer schon seit fünfzehn Jahren Englisch- und Geografieprofessor am Leibnitzer Gymnasium. Und obwohl er mit Leib und Seele Pädagoge ist, schlägt sein Herz doch äußerst heftig für die Naturfotografie. Egal ob er durch das Hochgebirge des Himalaya wandert oder in den Südsteirischen Weinbergen unterwegs ist, seine Fotoausrüstung ist immer griffbereit, um die Natur in all ihren Facetten festzuhalten. So macht der begeisterte Naturfotograf in seinen Diavorträgen vor allem Schulkindern die Artenvielfalt und Schönheit unserer Welt zugänglich, um schon im Volksschulalter ihren Sinn für unsere Umwelt zu sensibilisieren. Auch Bödendorfer selbst entdeckte bereits als Kind sein besonderes Interesse an fremden Ländern und Kulturen. Inspiriert wurde er damals unter anderem von Heinrich Harrer, oder Herbert Tichy, die beide schon damals mit ihren Reiseberichten einer breiten Öffentlichkeit bekannt waren. Auch verbrachte er mit seinen Eltern – sein Vater arbeitete zu dieser Zeit als Journalist – viel Zeit in Italien, wo seine Leidenschaft für das Reisen frühzeitig geweckt wurde.

 

Der gebürtige Grazer wuchs an den Wochenenden und Schulferien im Haus der Eltern im Gamlitzer Grubtal auf und stand so schon seit frühester Kindheit in einer besonderen Beziehung zu unserer Region. Als sein Sohn vor 21 Jahren zur Welt kam, war es nicht mehr ganz so leicht, sorglos durch die Welt zu bummeln und auf Fotosafari zu gehen. Aus diesem Grund führte er seine Expeditionen statt in Afrika nun in der Leibnitzer Au durch. Das sollte sich aber als nicht weniger interessant herausstellen. In seinen Vorträgen zeigt er darum immer wieder, dass es selbst in nächster Nähe vieles zu entdecken gibt. „Man muss nur die Augen öffnen und genau hinsehen.“

 

Einige Umweltanliegen des engagierten Professors, wie zum Beispiel der Schutz der Leibnitzer Au oder der Erhalt letzter naturnaher Refugien für gefährdete Tierarten, rühren aus dieser Zeit. Doch auch im Ausland setzt sich der Doktor der Geografie für die Umwelt ein. Die enge Verbindung zu Hilfsorganisationen wie der „Öko Himal“, deren Projekte er in Nepal mit seinen Fotos dokumentiert und die er auch selbst tatkräftig unterstützt hat, erlaubt es ihm immer wieder, mit fremden Kulturen enger in Kontakt zu treten und Einblick in das wirkliche Leben der Menschen zu gewinnen. Egal ob in Ägypten, Nepal, Äthiopien oder Kenia – überall gibt es Abenteuer zu erleben, Dinge zu entdecken und Missstände aufzuzeigen.

 

„Meine Motivation für all meine Reisen liegt wohl in der Schönheit der Natur und der Vielfalt der Kulturen“, so Bödendorfer, „denn durch das viele Reisen hat man Vergleiche für das eigene Leben und lernt, es dadurch besser zu verstehen.“ Durch den Kontakt, den er über Jahre hinweg etwa mit einer Beduinen-Familie in der ägyptischen Wüste zwischen Nil und rotem Meer pflegte, wurde es ihm als einem der wenigen Reisenden möglich, in solch einer Familie mitzuleben und ihre Kultur hautnah zu erfahren. Normalerweise lassen die Oberhäupter dieser Beduinenclans nicht zu, dass Fremde ihre Frauen oder Kinder zu Gesicht bekommen. Herbert Bödendorfer hingegen zog wochenlang mit ihnen als Freund und Gast durch die Wüste. Diese Menschen sind Teil einer alten Gesellschaftsform, die möglicherweise dem Untergang geweiht ist; und trotzdem leben sie glücklich in ihrer eigenen, faszinierend anderen Welt.

 

Den ganzen Tag über erzählen sie sich Geschichten, wie Dr. Bödendofer berichtet, oder sie sprechen statt über Autos eben über ihre Kamele. An einem Ort wo unsereins ohne Hilfe vermutlich nach kurzer Zeit dem 2 Tod geweiht wäre, scheint die Zeit seit Jahrhunderten stillzustehen und ohne wirkliche Bedeutung für das Alltagsleben der Wüstenbewohner zu sein. „Wenn ich jetzt aber den Vergleich mit unserer Kultur wage, so ist der stetige Wandel auch im südsteirischen Weinland mehr als sichtbar“, so Bödendorfer. Seit den 60er Jahren beobachtet der Geograf nun schon die Veränderungen in unserer Kulturlandschaft.

 

Es ist eine Region, die sich so nirgendwo auf der Welt wieder finden lässt, einzigartig eben; durch die Menschen, die hier leben beeinflusst und geprägt. Um das ländliche Leben besser kennen zu lernen, hat er in langen Sommern den Bauern im Grubtal bei der Arbeit geholfen und steht auch heute noch zu Hause in Glanz befreundeten Weinbauern tatkräftig zur Seite. „Ich sehe wie unsere Region immer schöner wird und will mich deshalb auch selbst aktiv daran beteiligen.“ Vor einem Jahr begann Herbert Bödendorfer das Südsteirische Weinland in seinen Kalendern mit fantastischen Landschaftsfotografien festzuhalten. Wie wenige andere vermag er es, die verschiedenen Stimmungen des Weinlandes im Wandel der Jahreszeiten einzufangen und unsere Heimat so ins rechte Licht zu rücken.

Doch den Weltreisenden zieht es bereits zu neuen Ufern. So plant Bödendorfer für nächstes Jahr schon jetzt eine Reise in das mittelamerikanische Costa Rica, weil so Bödendorfer, eine Zeile Mark Knopflers zitierend, meint: „There are so many different worlds.“

 

Der Kalender 2003 mit Motiven des Südsteirischen Weinlandes kann in der Buchhandlung Hofbauer, bei Foto Harb (beide Leibnitz) und in den Tourismusbüros der Region erstanden werden. N.N. Walcher

 

   

 


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