Cinque Terre
Der Nationalpark Cinque Terre an der ligurischen Küste Italiens ist ein wahrlich lohnendes Ziel für Romantiker, Wanderer und all jene, die das Meer lieben.
Frühmorgens aufwachen, das Fenster weit öffnen und den Blick über die steilen Felswände hinweg ins offene Meer genießen: Ein schönerer Platz, um den Tag zu beginnen, ist hier schwer zu finden. Die Cinque Terre malt starke, farbenfrohe Bilder, sie ist ein Landstrich voll verschwenderischer Schönheit und Vielfalt.
Der Nationalpark der Cinque Terre vereint fünf Dörfer entlang der ligurischen Küste Italiens nördlich von La Spezia. Ein dichtes Netz von Wanderwegen, eine spektakuläre Bahnlinie und unzählige Ausflugsboote verbinden die einzelnen Orte Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza und Monterosso, die vorliegenden Küstenabschnitte wurden zum Meeresschutzgebiet erklärt. Wer einmal hier war, der kommt bestimmt wieder: rund um diese wildromantische Steilküste erlebt der Gast verträumte Tage, auch wenn mitunter die oft langen Wanderungen oder das ständige Auf und Ab des Stiegensteigens zwischen den alten Häusern – wie zum Beispiel in Riomaggiore – die Kondition jedes einzelnen fordern. Denn Aufstiegshilfen gibt es hier (fast) keine, ebensowenig wie Autos oder Bikes. Von La Spezia kommend ist Riomaggiore das erste Städtchen, das man in der Cinque Terre erreicht. Von den immens steilen Hügeln und Weinbergen geht es hinunter in ein kleines Tal. Die Strecke ist eng und kurvig, aber lohnend. Sie endet unwillkürlich am Ortsbeginn von Riomaggiore. Zu wenige, zu enge, zu steile Gässchen machen ein Weiterkommen mit dem Auto hier unmöglich. Die meisten der Gäste reisen daher mit dem Zug an – von La Spezia (15 km) oder vom rund 80 Kilometer entfernten Genua kommend. Der Ursprung von Riomaggiore geht auf das achte Jahrhundert zurück, die Häuser sind steil zum Ufer hin aneinandergebaut und scheinen sich gegenseitig zu stützen.
Die Lage ist hinreißend – von Riomaggiore aus führt ein romantischer Wanderweg, die „Via dell'amore“ (der Weg der Liebe), nach Manarola. Was für ein Bild: zwischen mächtigen Kakteen verschmelzen Himmel und Erde, Meer und Landschaft. Hier hat die Natur ihren Malkasten so genial und effektvoll eingesetzt, dass der Atem scheinbar zum Stillstand kommt. Von Manarola aus nehmen wir ein Ausflugsboot und fahren entlang der Küste vorbei an den kleinen Terre-Gemeinden nach Monterosso. Auf steilen Hängen hinter dem Dorf spazieren wir durch duftende Zitrusgärten.
Die großen, gelben Zedratzitronen leuchten zwischen dem satten Grün der Bäume und auf der gegenüberliegenden Seite warten in den Olivenhainen die Früchte auf ihre Ernte. Wandererherz, was willst du mehr? Abends tauchen wir dann in der Trattoria „La Lanterna“ in Riomaggiore in das überschäumende Lebensgefühl der Italiener ein. Wir genießen die laue Abendluft, die herzhafte, einfache Küche, den fruchtigen Wein und freuen uns schon auf den nächsten Tag.
Text & Fotos: Henry Sams
Infos: www.cinqueterre.it