Catala

Gitarren-Guru

Geboren im Südosten Spaniens, gespielt auf der halben Welt, niedergelassen am Seggauberg. Rafael Catalá und seine Liebe zur klassischen Musik

Der virtuose Gitarrist, Rafael Catalá stammt aus Valencia und studierte zunächst Medizin in Barcelona. Doch ein Semester bevor er sein Studium zum Herz-Lungen Facharzt abgeschlossen hätte, entschied er sich für die große Liebe seines Lebens – die Musik. Er schlug einen völlig anderen Weg ein und erzählt: „Meine Freunde fragten mich ob ich unter Drogen stünde! Denn eine andere Erklärung fanden sie nicht. Aber ich hatte erkannt, ich bin Musiker. Und entweder du bist es oder nicht! “

 

Doch als Sohn eines Malers wurde ihm das künstlerische Talent wahrscheinlich schon in die Wiege gelegt und mit diesem Talent auch die Gitarre. Catalá beteuert, dass er gar keine Erinnerung habe, in der nicht die Gitarre eine Rolle spielen würde. Bereits mit sechs Jahren entlockte der Spanier seiner Gitarre die ersten Töne und kam seither nicht mehr von ihr los. Als er dann schließlich seinem Traum folgte und nach Barcelona ging, studierte er bei José Munoz das Konzertfach Gitarre bis zur Lehrbefähigung. Mit dem Konzertdiplom in Händen folgten die Stationen Paris und schließlich Graz. In der steirischen Landeshauptstadt schloss er dann bei Leo Witoszynskyj seine Studien mit einem weiteren Konzertdiplom und dem Magisterium ab. Hier fand er auch die zweite große Liebe, seine Frau Salva Maria, die als Querflötenlehrerin die Freude an der Musik mit ihrem Mann teilt. Mit 36 Jahren wurde Rafael Catalá Vater einer heute sechs jährigen Tochter namens Alba und wenig später kam auch Sohn Rafael zur Welt.

 

Trotz seiner zahlreichen Konzerte in der ganzen Welt ist und bleibt Österreich für ihn das Land mit der größten Kulturbereitschaft. Vielleicht wurde auch deshalb der Seggauberg zur Heimat für den Musiker und seine Familie. Hier fühlt er sich richtig verstanden wenn die Menschen seine Konzerte hören. Der nun seit 14 Jahren in Österreich lebende Künstler unterrichtet auch selbst an der Universität in Graz und hofft so einen kleinen Teil der Unterstützung, die ihm zuteil wurde, zurückgeben zu können. Eines seiner größten Anliegen ist es aber das Kulturverständnis zu fördern. Catalá definiert Kultur als „das, was die meisten Leute nicht haben wollen. Kultur muss auch nicht jeden ansprechen, sondern soll Niveau bieten.“

 

Denn im Grunde meint er, dass jeder die Kreativität sucht um sich selbst zu reflektieren und auszudrücken. „Denn irgendwann“, so Catalá, „fragt man sich was von einem selbst bleibt, wenn man einmal nicht mehr da ist. Wie konnte man sich im Leben verwirklichen?“ Für ihn haben seine klassische Musik und sein Wirken also nichts mit Berühmtheit oder Geld zu tun, sondern dem Musiker geht es um die wahren Werte. „Was ist schon ein Ferrari oder was bedeuten fünf Häuser? Für mich ist das alles nur Schminke!“ Diese Wertvorstellung möchte er auch seinen Schülern vermitteln, denn sie ist der wahre Ursprung der Kunst.

 

Neben seiner Funktion als Pädagoge und ’Kulturbotschafter’ steht der Komponist und Konzertmeister aber auch bei Sony Classical Music unter Vertrag. Die weltweite CD-Präsentation seiner vierten und neuesten CD „Rafael Catalá, Fantasia“ startete im Mai in Wien. Vermutlich wird die Musik auf eine eigene Weise auch die letzte Liebe des Meisters bleiben und weiterhin sein Leben er- und ausfüllen. R. Catalá, FANTASIA, Sony Classical Music.

 


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