Herren des Rings

 

Vorurteile – keiner mag sie, jeder hat sie. Manchmal werden sie jedoch einfach aus dem Ring geboxt bzw. gekickt. So gesehen bei der zweiten Box- und Kickbox-Gala 2005 auf dem Leibnitzer Hauptplatz.

 

Denn Vorurteile gab es vor dieser Veranstaltung auf dem Leibnitzer Hauptplatz einige. So etwa, dass der Boxverein sowie der Kickboxverein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu den unterschiedlichen Dachverbänden Union und Askö nicht besonders gut miteinander könnten. Humbug. Beide Seiten freuen sich über das hervorragende Design des gemeinsam mit der Stadtgemeinde neu angekauften Kampf-Rings, die spektakulären Kämpfe, die mehr als 1000 Zuseher und überhaupt darüber, dass den beiden erfolgreichen Vereinen endlich ein wettkampftauglicher Ring jederzeit zur Verfügung steht.

 

Mit Vorurteil Nummer zwei wurde sowohl von den Kämpfern als auch vom Publikum aufgeräumt. „Boxen und Kickboxen am Hauptplatz, na das wird wohl eine Rauferei innerhalb und außerhalb des Rings werden.“ Solche und ähnliche Befürchtungen waren im Vorfeld zu hören. Doch auch dafür gilt: Humbug. Viel mehr zeichneten sich sämtliche Kämpfe – bei aller sportlichen Härte – durch absolut faire und professionelle Kampfführung aus. Und auch im  durchaus fachkundigen Publikum war nichts von Raufereien oder ähnlichem zu bemerken. „Wir wollen den Boxsport salonfähig machen. Mit Rowdytum und Rauferei haben wir nichts am Hut“, betont Niklas Stopper, Sektionsleiter des BC Union Leibnitz. Und auch Günther Lederhaas, Organisator der Box- und Kickbox-Gala sowie Obmannstellvertreter des Kickboxvereins der Askö Leibnitz hebt hervor: „In unserem Verein haben wir mit Rupert Gritsch, Josef Baumann oder Peter Sternad Weltklasse-Kickboxer. Das ist Spitzensport und kein Raufhandel.“

 

Wer dabei war, hat’s freilich bemerkt. Zwar hat der achtmalige Staatsmeister und WM- sowie EM-Dritte Josef Baumann  seinen ersten Kampf nach monatelanger schwerer Verletzungspause knapp verloren, dafür haben mit Rupert Gritsch, seines Zeichens Weltmeister und WM-Dritter sowie mehrfacher Staatsmeister, Peter Sternad und Andreas Hofer drei Askö Leibnitz-Kämpfer ihre Duelle gewonnen. Für Sternad und Gritsch stellten diese Kämpfe zudem willkommene Vorbereitungseinheiten für die kommende WM in Moskau dar.

 

Ganz so weit ist man beim BC Union Leibnitz noch nicht, wenngleich Niklas Stopper seit 2000 hervorragende Aufbauarbeit leistet. Selbst ist der Römerhof-Wirt als zweimaliger österreichischer Union-Meister und Landesmeister eines der Aushängeschilder des Vereins, doch darüber hinaus gilt sein Augenmerk besonders dem Nachwuchs. Mit Mohamed Bachaev, einem 14 jährigen Neo-Österreicher, wächst derzeit eines der größten Boxtalente der Steiermark in Leibnitz heran. Er war es auch, der den einzigen Leibnitzer Sieg gegen Heros Graz fixierte, dazu holte Niklas Stopper ein Remis gegen den starken Grazer Philipp Huber. Insgesamt endete der Vergleichskampf gegen den Grazer Traditionsverein unentschieden.

 

Unentschieden ist freilich die Zukunft der beiden Leibnitzer Vereine nicht. Beide engagieren sich neben dem Leistungssport auch im Breiten- und Nachwuchssport. Beide ziehen sowohl männliche als auch weibliche Athleten an, die aus Fitness- und Selbstverteidigungsgründen begeistert an den Trainingseinheiten teilnehmen. Nähre Infos über die Trainingszeiten und -orte im Herbst werden von beiden Vereinen rechtzeitig veröffentlicht.

           

Text: Bernhard Prangl

Fotos: G. Ogrisek


Web-Design und Web-Marketing by WebAgentur Koerbler