Aigei

Die fünf Frauen von „Aigei“ singen und spielen schöne Lieder, über deren Texte man sinnieren darf, aber nicht muss, zu denen man abtanzen kann oder denen man einfach lauscht.

Nur weil sie in Dirndln auftreten und steirisch singen, kann man sie nicht in die „Volkstümliche Musik“ einordnen. Weg damit. Luise, Susi, Ulli, Michi und Vroni von „Aigei“ singen und spielen schöne Lieder, über deren Texte man sinnieren darf, aber nicht muss, zu denen man abtanzen kann oder man hört der Gruppe einfach zu. Die fünf Frauen interpretieren das Liedgut unserer Großväter, unserer Urgroßväter oder gar Ururgroßväter und lassen als „Aigei“ längst verschollen geglaubtes Kulturgut wieder lebendig werden. Die ganze Welt, vor allem die südliche Steiermark, soll von dem bereits infizierten Quintett ja noch mit dem Volkslied-Virus angesteckt werden. Die Musikerinnen haben offensichtlich andere Vorbilder als ihre Kinder. Und damit wären wir bei der eigentlichen Sache.

Sie spielen traditionelle Volksmusik, keine Volksfestberauschungsrhythmen, sie sind eine virtuose Dokumentationsstätte musikalischer Volkskultur und wollen nicht nur der vergangenen Zeit, sondern auch der Gegenwart ihre Aufmerksamkeit zuwenden. So traditionell ihre Lieder sind, so klassisch ist auch die Besetzung: Bassgeige, steirische Harmonika, Gitarre, Geige und steirisches Hackbrett. „Aigei“ hat es geschafft, die verschiedenen Klangspektren so perfekt zu vereinen, dass sie musikalische Peinlichkeiten mit links an die Wand spielen. Die Rhythmen fließen mit spielerischer Leichtigkeit, die Melodien gehen bald ins Ohr, sind aber trotzdem so komplex, dass sie nie langweilig werden und die abwechslungsreichen Vocals treffen immer genau den Punkt des Liedes. Luise Aßlaber aus Großklein, Michaela Schubert-Zsilavecz, Susanna Krieger, beide aus Leibnitz, Veronika Spath aus Ragnitz und Ulrike Resch aus Wildbach in der Weststeiermark sind nicht nur gute Freundinnen, sie sind mit Leib und Seele großartige Musikerinnen. Das tut so gut. Und persönlich freue ich mich wieder auf mein Lieblingslied „Übers Loaterl“, gesungen natürlich von „Aigei“.

Henry Sams

 

 


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